Bazies Heimatdorf bekommt eine solarbetriebene Pumpe

Kristian Peter, Andreas Keßler mit einem Mitarbeiter sowie Bertrand Bazie (von links) beim Testlauf in Hohentengen

Schwäbische Zeitung | 05.07.2017


Für den Studenten aus Burkina Faso geht ein Traum in Erfüllung – Spenden ermöglichen das Projekt

Bertrand Bazie ist Masterstudent an der Hochschule in Sigmaringen. Für das Studium in Deutschland hat der 29-Jährige 2011 das Dorf Wapa in der Provinz Sanguie in Burkina Faso verlassen. Vor etwas mehr als einem Jahr flog er für 13 Tage in seine Heimat, um dort beim Aufbau eines Wasserturms mit Wasserpumpe zu helfen. Für ihn sei es ein Lebenstraum gewesen, die Situation vor Ort zu verbessern, sagt Bazie. Zuvor hätten die Kinder das Wasser aus rund 15 Metern Tiefe nach oben holen müssen, bevor sie zur Schule gehen konnten.

Bertrand Bazie probt den Aufbau und den Anschluss

Durch Spenden gelang Bazie vor mehr als einem Jahr die Finanzierung der Pumpe. 3430 Euro waren zusammengekommen – genug, um die Pumpe zu bauen. Aber der Unterhalt der Wasserpumpe, die durch einen Benzinmotor betrieben wird, ist teuer. Darum setzte sich Bazie bereits damals das Ziel, den Verbrennungsmotor irgendwann durch einen alternativen Antrieb zu ersetzen. „Mein Traum ist eine Solaranlage“, sagt er. Jetzt kann er diesen Traum realisieren. Mitte Juni traf er sich dafür mit zwei der Sponsoren im Industrie-Komplex EHoch4 in Hohentengen, um die Solarmodule zu testen und den Aufbau, Anschluss und die Steuerung der Strommengen an der Pumpe zu proben. Das International Solar Energy Research Center Konstanz unterstützte das Projekt durch die Spende von geeigneten Solarmodulen. Dr. Kristian Peter, Managing Director Systems and Applications beim ISC, war selbst vor Ort, um Tipps zur späteren Installierung in Afrika zu geben. „Wir unterstützen immer wieder Entwicklungsprojekte“, sagt Peter, „und das Projekt hat uns wirklich überzeugt“. Andreas Keßler, Geschäftsführer bei der E&M Wasseranlagenbau GmbH, übernahm Aufbau und Planung der Konstruktion. Neben einem Steuerungselement kommt auch eine neue Pumpe zum Einsatz. Den Kontakt stellte Joachim Wehr von der Kirchner Konstruktionen GmbH her. Er hat das Treffen mitorganisiert. Seine Firma trug mit einer Spende in Höhe von 3000 Euro maßgeblich zur Anschaffung einer zweiten Pumpe bei. In Hohentengen haben die Solarmodule die Pumpe bereits erfolgreich angetrieben. Im August soll in Wapa nun der Ernstfall getestet werden.


Artikel vom 05.07.2017