Erlebnis- und Gewerbepark in Hohentengen stockt

Bericht des Südkuriers vom 18.02.2016 von Reinhard Rapp
Südkurier | 18.02.2016

Erlebnis- und Gewerbepark in Hohentengen stockt Die Ansiedlung von Gewerbe auf dem Gelände der früheren Oberschwabenkaserne in Hohentengen stockt, weil über die mögliche Unterbringung von Flüchtlingen spekuliert wird. Jürgen Gaugel, Eigentümer des Areals, plant hier einen Lern- und Energiepark. Die Baugenehmigung liegt bereits vor.

Die Ansiedlung von Gewerbe auf dem Gelände der früheren Kaserne in Hohentengen stockt, weil über die mögliche Unterbringung von Flüchtlingen spekuliert wird. Jürgen Gaugel, Eigentümer des Areals, plant hier einen Lern- und Energiepark.

Wie ist der aktuelle Stand der Planungen des Projekts?
Seit vier Wochen liegt die Baugenehmigung für den Lern- und Energiepark vor. Die Ravensburger Mannschaft um Carlo Horn hat die Planungen abgeschlossen und eine europaweit einzigartige Anlage konzipiert. Zudem sind wir zusammen mit der Hochschule Konstanz, dem Fraunhofer-Institut und anderen an unterschiedlichen wissenschaftlichen Wettbewerben beteiligt. Außerbild dem nehmen wir an einem Forschungsprojekt teil, welches auch vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Teilweise liegen schon Zusagen vor. Wir sind stolz, was die Wissenschaftler um uns herum machen und, dass sie sich hundert Prozent mit uns identifizieren.

Im November haben Studenten aus Konstanz einen Workshop mit interessanten Ergebnissen absolviert.
Derartige Veranstaltungen werden noch öfter stattfinden. Mit dem Thema Akademie sind wir in der Planung sehr weit. Federführend ist hier das Team um Professor Stark von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz. Schade war nur, dass der Bürgermeister trotz Einladung nicht dabei sein wollte.

Wie sieht es mit Vermietung einzelner Gebäude aus?
Wir hatten einen Mieter, der im früheren Casinogebäude eine Schaukäserei eröffnen wollte. Dazu sollte der Bebauungsplan von der Gemeinde geändert werden. Dies ist bisher nicht geschehen, wurde sogar mehrmals von der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung genommen. Dadurch wird klar und deutlich eine Gewerbeansiedlung verhindert. Allerdings sind wir mit weiteren Interessenten im Gespräch. Derzeit verlegen wir Glasfaserkabel und schließen zuerst das bereits an die Firma Hamcos vermietete frühere Stabsgebäude umgehend an. Unser Gelände sowie die Riedsäge sind mittlerweile frei von Altlasten.

Was hat Ihrer Meinung nach die ursprünglich vorhandene Euphorie gedämpft?
Die Euphorie ist bei allen Beteiligten noch da, bis auf den Bürgermeister und einige seiner Gemeinderäte, weil diese offensichtlich die Lage nicht richtig einordnen können. Sie sind über das Thema Flüchtlinge gestolpert und alles, was vorher gut war, ist auf einmal schlecht. Aber das ist Sache der Gemeinde. Schade ist natürlich, dass wir darunter leiden und Gewerbeansiedlung und die Realisierung von „Ehoch4“ klar verhindert wird.

Wie soll es nun weitergehen?
Wir müssen die Dinge neu sortieren und die nächsten Schritte entsprechend planen. Klar ist aber, dass wir Eigentümer des Geländes sind und somit letztendlich entscheiden, was passiert.

Energiepark Nach Aufgabe des Bundeswehrstandorts ging das Gelände der ehemaligen Oberschwabenkaserne über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) aus dem Staatsbesitz in private Hände über. Mit dem von Sowi-Energie (Jürgen Gaugel) und der Kommunalberatung Konstanz (Volker Fouquet) entwickelten Nutzungskonzept „Ehoch4“ entsteht dort der europaweit einmalige Erlebnis- und Gewerbepark für erneuerbare Energien. Nach Fertigstellung wird der Park allein auf Basis der fünf regenerativen Energieformen komplett energieautark arbeiten.
Vonseiten des Regierungspräsidiums wurde angefragt, ob auf dem Areal Flüchtlinge untergebracht werden könnten. Gaugel könne sich vorstellen, die leer stehenden Unterkunftsgebäude zu belegen und gleichzeitig den Asylbewerbern eine Ausbildung zu Aufbauhelfern in ihrer Heimat zu ermöglichen. Im Moment leben keine Flüchtlinge auf dem Areal. Und es sei auch nichts über den Gemeinderat hinweg entschieden worden.

Artikel vom 18.02.2016